Unser Bestreben im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes hat eine jahrzehntelange Tradition.

Der SFV Kaarst ist seit dem Jahr 1938 eingetragener Angelverein, seit dem Jahr 1941 haben wir das Fischereirecht an „unserem Vereinsgewässer“, dem Kaarster See. 

Was viele Außenstehende nicht wissen:                                                                                                           

Mit dem Abschluss eines Pachtvertrags für ein Gewässer, sind wir gesetzlich zur Hege des Gewässers und

der einheimischen Fischbestände verpflichtet ( LFischG § 3 Abs.2)

Das Fischereirecht umfaßt die Pflicht, einen der Größe und Beschaffenheit des Gewässers entsprechenden artenreichen heimischen Fischbestand zu erhalten und zu hegen.“                                                                                                                                                                                                                                                                    

Bereits in den 1950er Jahren, lange bevor Natur- und Umweltschutz öffentliche Themen wurden, haben die Anglergenerationen vor uns aktiven Umweltschutz am Kaarster See betrieben.

Den Generationen vor uns haben wir nicht nur die artenreiche Vegetation an und in unserem Vereinsgewässer zu verdanken.

So wurde Ende der 1970er Jahre das Verfüllen mit den Resten einer abgerissenen Firma am großen Kaarster See verhindert.

Es wurden Uferbepflanzungen und erste Fischbesatzmaßnahmen durchgeführt, bei Arbeitsdiensten wurde jeweils containerweise Konsummüll vom See entfernt,

den achtlose Naherholungssuchende hinterlassen hatten. Bilder aus dem Vereinsarchiv lassen einen mitunter schaudern.                                

Auch das ist aktiver Naturschutz.

Diese „Arbeitsdienste“ gehören auch heute noch zum festen Bestandteil unseres Vereinslebens.

Unter unseren Vorsitzenden Josef Bayer von 1960- 1982 und Manfred Klein von 1983-2012 wurden aus dem Baggerloch zwei Seen,

die unterschiedlicher nicht sein könnten. Am südwestlichen Ufer im kleinen See wurde ein Schilfgebiet als Rückzugsbereich angelegt.                                                                                                                   

1983 der erste Rückschlag, der kleine Kaarster See wurde zum Badesee, vormals mit strukturierten Tiefenzonen und einer ausgeprägten Flachwasservegetation,

wurde er nun mit einem Schwimmbagger auf 6 m Tiefe nivelliert, Uferbepflanzungen am südlichen Ufer verschwanden.

Unterwasservegetation verschwand , bis dahin, dass der See einer Kiesbadewanne mit wenigen vegetativ bewachsenen Zonen glich.

 

Ende der 1980èr- Jahre wurden Flachwasserbepflanzungen am Westufer des großen Sees vorgenommen und boten Rückzugs- und Lebensraum für Kleinfisch, Amphibien und Insekten.

Mit Unterstützung der NABU- Ortsgruppe Kaarst wurden Ende Oktober 2015 14 Nistkästen für verschiedene Vogelarten im Bereich Süd- und Ostufer am großen See aufgehängt. Sie dienen als Schutz- und Nistmöglichkeit für Kleinvögel und werden von uns betreut.

 

In den Jahren 2006/2007 wurde durch Heiner Kreymann vom Rheinischen Fischereiverband eine Gewässeruntersuchung im Rahmen des Baggerseeuntersuchungsprogramms    (https://rhfv.de/index.php?id=68) durchgeführt.

Viele der Maßnahmen, die wir seit Anfang 2015 rund um die Seen umsetzen,

haben ihren Ursprung in dieser Gewässeruntersuchung und den darin herausgearbeiteten Empfehlungen.

Heiner Kreymann steht uns dankenswerter Weise auch heute noch fachbegleitend zur Seite.

 

Die durchgeführten Maßnahmen und Planungen für folgende Projekte möchten wir hier vorstellen, einerseits um sie verständlicher zu machen, andererseits in der Hoffnung, dass Diejenigen, die unsere Form des aktiven Naturschutzes mit Ihrem Verhalten torpedieren, nachdenken, bevor sie ihre eigenen Interessen über die Interessen des ökologischen Erhalts des Gewässers stellen.

 

Unser Kernprojekt „Schonhabitate- bepflanzte Schwimminseln“ wurde im Jahr 2014 in 750 stündiger Theoriearbeit durch unseren Vorsitzenden erarbeitet.

Es umfasste ursprünglich „nur“ 250 m² bepflanzte Schwimminseln.

Im Projektverlauf führten einige für uns glückliche Umstände dazu, dass wir das Projekt um Flachwasserbepflanzungen ergänzen und erweitern konnten.

Da der große Kaarster See Landschaftsschutzgebiet ist, benötigten wir vor Projektbeginn landschaftsrechtliche Befreiungen nach §67 BNatSchG und wasserrechtliche Genehmigungen nach §22 LWG NRW für die bepflanzten schwimminseln.

Das Grundkonzept finden Sie hier :     http://www.sfv-kaarst.de/Schutzhabitate%20Kaarster%20See%202015%20bis%202019.pdf  

 

Ab 2016 haben wir begonnen, geeignete Flachwasserbereiche großflächig mit einheimischen Sumpf- und Feuchtwiesenpflanzen zu bepflanzen.

Zu Beginn waren wir so naiv, zu glauben, dass jeder Nutzer des Kaarster Sees verstehen und respektieren würde, was wir mit diesen Projekten beabsichtigen.

Für die Freilauffraktion und die Uferbelagerer gleich vorweg, wir haben etliche hundert Bilder von Vierbeinern in Anpflanzungen, von plattgetretenen Anpflanzungen, Hunden im Wasser, Menschen in Anpflanzungen.....

Es tut uns leid für all diejenigen, die den Kaarster See bestimmungsgemäß nutzen, aber uns bleibt nichts anderes übrig, als die Uferbepflanzungen temporär mit Vertrittschutz aufzubauen.

 

 

                                                                            

 

Wir bitten ausdrücklich darum, die Unterlagen bei Bedarf für Projekte in anderen Angelvereinen zu verwenden,

frei nach dem rheinischen Motto: Maken, nit quaken. 😊

Bei Fragen einfach melden.

Pilotprojekt 50 m² bepflanzte Schwimminseln 2015

Eine effiziente Möglichkeit zur Nährstoffentnahme aus dem Wasserkörper der Seen sind bepflanzte Schwimminseln. Sie bieten Wasservögeln im fortgeschrittenen Bewuchszustand Nist- und Versteckmöglichkeiten, sind bei Fröschen als Sonnenplatz äußerst beliebt, dienen Insekten als Anflugziel.

Wir bauen sie, um dem Gewässer über die Wurzeln der Bepflanzung Nährstoffe zu entziehen, Versteck- und Brutmöglichkeiten für Kleinorganismen zu schaffen, Unterwasserbereiche zu beschatten und Nahrungsgrundlagen für Kleinfische zu schaffen.                                                                           

Unter der Insel siedelnde Kleinorganismen (Daphnien) können helfen, Algen zu dezimieren.

 

Im April 2015 startete unser Pilotprojekt mit den ersten 50 m²- Schwimminseln am großen Kaarster See im Bereich des Sandstrandes.

 

Anmerkung:

Mit dem Wissen von heute, würden wir eine bepflanzte Schwimminsel nicht wieder in dieser Bauart aufbauen.

Es gibt verschiedene moderne Bauarten, die 

komplett kunststofffrei aufgebaut sind!

 

 


Flachwasserbepflanzung Sandstrand großer See April 2016

Ab März und April 2016 folgten Flachwasserbepflanzungen unter Anderem im Bereich des Sandstrandes am großen See und im gegenüberliegenden Flachwasserbereich.

Hierzu wurden ca. 4000 ausgewachsene einheimische Pflanzen der Arten Flatterbinsen, Sumpfseggen, Blutweiderich, Rohrkolben, Schilfrohr und Schwertlilien links und rechts des Sandstrandes verbaut.

Ziel ist hier beruhigte Flachwasserbereiche  und Laichzonen aufzubauen.

 

Rücksichtnahme war leider keine Stärke der Spezies Hundebesitzer, die ihre Tiere genau hier meinten laufen lassen zu müssen.

Ergebnis:

Die Bereiche mussten mehrfach neu bepflanzt und temporär abgezäunt werden.

 

Heute, 5 Jahre später, hat sich eine artenreiche Fauna in diesen Bereichen entwickelt.

Wir haben in diesen Bereich auch einen Teil der bepflanzten Schwimminseln integriert.


Im August 2015 folgten die nächsten 100 m² bepflanzte Schwimminseln davon 50m² im großen und 50m² im kleinen Kaarster See, die Dank einer großzügigen Projektspende durch die BASF SE Ludwigshafen ermöglicht wurde.

Ufersicherung und Bepflanzung kleiner Sandstrand 2018

Im Frühjahr 2018 wurden im Bereich des kleinen Sandstrands am kleinen See ca. 60 m Uferlinie mit Weidenfaschinen gesichert und mit Kies verfüllt.

Ziel hier ist die Sicherung der von Grund auf zu steil abfallenden Uferpartien.

Die Flachwasserbereiche vor den Faschinen wurden mit einheimischen Sumpfpflanzen bepflanzt.

Ziel hier ist, neben der Sedimentfestlegung durch Wurzelwerk, die Schaffung von Rückzugsgebieten und Lebensräumen für Amphibien, Vögel und Insekten.

Die erweiterte Bepflanzung dieser Bereiche wird durch unsere Jugendgruppe betreut.

Der Wunsch nach einem eigenen Projektteil hat dazu geführt, dass unsere Jugendlichen begleitet durch unsere Jugendwarte und fachlich unterstützt durch unseren Vorsitzenden hier ihr eigenes Projekt im Gesamtkontext des Projektes Schonhabitate planen und umsetzen.


Besucherzaehler

Kontakt

1. Vorsitzender

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Humperdinckstr. 35

41564 Kaarst

Tel.: 0152-28809670

email: karsten.silberbach@unitybox.de

 

Kassierer 

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Tel: 01578-6607793

Email: stolli1981@gmail.com

 

Kontakt zur Jugend des SFV:

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Tel.: 01577-4104707

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und

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